Ghana ein neuer Schwerpunkt aktueller Aktivitäten
In Ghana fokussieren sich die Aktivitäten unseres Vereins aktuell auf zwei Projekte. Drei Gründe waren ausschlaggebend sich dort zu engagieren. Die politische Lage gilt als stabil. Die Bundeswehr engagiert sich dort mit einer Beratergruppe und lässt in regelmäßigen Abständen Sanitätspersonal am Presbyterian Hospital in AGOGO tropenmedizinisch ausbilden.
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Ghana ist ein Entwicklungsland im besseren Sinne dieses Wortes. Das heißt zunächst einmal ganz banal: Es entwickelt sich tatsächlich etwas in die richtige Richtung! Der große Flächen des Landes abdeckende Internet-Access via Mobilfunk ist vor diesem Hintergrund ein guter Indikator und mitnichten ein Touristenangebot, sondern die Reaktion auf einen breiten und in Teilen zahlungskräftigen lokalen Markt. Politische Stabilität und ein seit Jahren konstantes Wirtschaftswachstum haben eine relativ breite Mittelschicht entstehen lassen, die ihr Leben in jeder Hinsicht aus eigener Kraft bewältigen und selbst nach unseren Maßstäben nicht als bedürftig gelten kann.
Eine medizinische Basisversorgung, die allerdings (auch im Ergebnis!) nicht mit den Standards in Deutschland vergleichbar ist, wird über die staatliche Krankenversicherung, das National Health Insurance System (NHIS) abgedeckt. Sie kostet weniger als GC 100,- (derzeit etwa € 50,-) pro Jahr und ist damit für den weit überwiegenden Teil der Ghanaer bezahlbar. Mit allen diesen Fakten nimmt Ghana ohne Zweifel innerhalb der Westafrikanischen Union, aber wohl auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent eine führende Position ein.
Etwa ein Viertel der Ghanaer bleibt ohne Krankenversicherungsschutz
Soweit die eine Seite der Medaille - leider wird jeder, der sich im Lande aufhält, auch mit der anderen tagtäglich konfrontiert: So bleibt etwa ein Viertel der Ghanaer ohne Krankenversicherungsschutz. Von denen sind einige wenige in der Lage, die notwendigen Behandlungskosten bar aufzubringen, die anderen bleiben zwar nicht un- aber schmerzhaft unterversorgt.
Was dies bedeutet, ist von Fall zu Fall recht unterschiedlich: Mal wird dem Patienten mit Hirnhautentzündung das Antbiotikum vorenthalten, mal auf eine notwendige diagnostische Maßnahme „verzichtet“. Ein nicht unwesentlicher Teil dieser Patientengruppe erreicht noch nicht einmal das Krankenhaus, da ein Rettungsdienst nicht existiert und die notwendigen Transportkosten nicht auf¬ auf¬gebracht werden können.
Die pädiatrische Abteilung des Presbyterian Hospital AGOGO kennt viele Fälle von Mangel- und Unterernährung und sobald eine Krankheit langwierig oder gar chronisch behandlungs¬bedürftig wird (hier vor allem Tuberkulose, HIV) brechen die innerfamiliären sozialen Sicherungssysteme regelmäßig zusammen. Schwer drücken der Mangel an qualifiziertem Personal und das Ausbleiben der ohnehin nicht kostendeckenden Zahlungen der Krankenversicherungen.
Presbyterian Hospital Agogo
Das Presbyterian Hospital AGOGO, existiert seit 1931, hat ca. 250 Betten und ist ein Krankenhaus für den Distrikt ASHANTI-AKIM. Die Patienten kommen jedoch aus der gesamten Region, manchmal selbst aus dem hunderte Kilometer entfernten, noch schlechter entwickelten Norden des Landes, um in einer der Fachabteilungen versorgt zu werden.
Seit 2006 befindet sich fast kontinuierlich ein deutscher Sanitätsoffizier im Rahmen der tropenmedizinischen Weiterbildung für jeweils ein Jahr in AGOGO. So konnte gemeinsam mit dem vor Ort tätigen Personal dringend benötigtes medizinisches Gerät, zunächst zwei Überwachungsmonitore und eine Transportliege, identifiziert und mit unseren Spendengeldern beschafft werden.
